neue Studien/Artikel
Auf dieser Seite werden regelmässig (monatlich) neue interessante, Studien vorgestellt.
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Untersuchung und Behandlung von BPLS ohne Nystagmus
Eine nichtsystematische Review fand 9 Arbeiten zu BPLS ohne Nystagmus.
Die Patienten wurden mit dem Epley-, dem Semont- und anderen Manövern behandelt. Die Erfolgsrate lag bei 50% – 97.1%. Die Erfolgsrate eines BPLS mit Nystagmus lag bei 76% – 100%. Die Differenz zwischen BPLS mit und ohne Nystagmus war nicht signifikant.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22183288/
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BPLS ohne objektiven Nystagmus
Eine Übersichtsarbeit fand 6 Studien zu BPLS ohne objektiven Nystagmus. Gemäss den gefundenen Studien liegt der Anteil eines BPLS ohne Nystagmus bei etwa 25%. Einzelne Studien empfehlen die Verwendung einer Frenzelbrille, um den Nystagmus besser zu erkennen. Die Erfolgsrate der Lagerungsmanöver ist fast gleich hoch wie bei einem BPLS mit Nystagmus.
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2025/10/Schaedler-2025-BPLS.pdf
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Haltungsprobleme nach einem Lagerungsmanöver – systematische Review und Meta-Analyse
5 nichtrandomisierte Studien wurden eingeschlossen.
Nach einem Lagerungsmanöver können beim Zurückkehren in den Sitz Gleichgewichtsprobleme (Haltungskirsen) nach hinten oder zur Seite auftreten. In den eingeschlossenen Studien fand bei 4% bis 14.9% eine Haltungskrise auf. Von insgesamt 1177 Fällen lag die Inzidenz einer Haltungskrise bei allen Fällen mit Lagerungsmanöver bei 10 %. Entsprechende Massnahmen zur Sturzprävention sollten vorgenommen werden.
https://journals.lww.com/md-journal/fulltext/2025/01170/postural_crisis_in_patients_undergoing_canalith.33.aspx
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Vergleich von Kopfschütteltest und Drehstuhltests – ein systematisches Review
In einer systematischen Review wurden die Gütekriterien des Kopfschütteltests (HST) und des Drehstuhltests (ROT) untersucht und miteinander verglichen. Zum Kopfschütteltest liegt keine Studie zur Reliabilität vor, zum Drehstuhltest nur eine ältere Studie mit guten Werten. Der Kopfschütteltest zeigt tiefe Werte für Sensitivität und etwas bessere Werte für Spezifität. Dies bedeutet, dass der Kopfschütteltest Gesunde besser erkennen kann als Betroffene. Zum Drehstuhltest existieren verschiedene Testprotokolle. Die am häufigsten verwendeten sind der Sinusoidal Harmonic acceleration (SHA) und der Velocity Step Test (VST).. Die Werte für Sensitivität und Spezifität sind deutlich besser als diejenigen vom Kopfschütteltest. Der Drehstuhltest eignet sich für die Testung verschiedener Funktionen und Frequenzen.
In der Arbeit wurden auch Praxisempfehlungen gemacht.
Bachelorarbeit
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2025/06/Fragner-schwaller-2025.pdf
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Frühe vestibuläre Rehabilitation von akutem peripher vestibulärem Syndrom – ein systematisches Review und Meta-Analyse
5 Studien wurden eingeschlossen. Meta-Analyse wurde durchgeführt.
Die Wirkung von früher VR zusammen mit Corticosteroide gemessen mit dem DHI ist signifikant gegenüber nur Corticosteroiden alleine nach einem und nach 12 Monaten Follow-up. Das DHI scheint das geeignete Assessment zu sein.
https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2024.1396891/full
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Nicht alle Wege führen sofort zum Ziel – Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen von BPLS
In diesem Beitrag werden nicht erfolgreiche Fälle mit Lagerungsschwindel und Lösungsansätze aufgezeigt und mit Literatur begründet. Inhalte sind:
– Kontraindikationen für den Dix Hallpike-Test (DHT) mit HWS-Extension/Rotation
– Falsche Seite
– nicht behandelter hBPLS
– kein BPLS, sondern zervikogen
– nicht hBPLS, sondern zervikogen
– selbst durchgeführtes Brandt-Daroff-Manöver
– selbst durchgeführtes Semont-Manöver
– Lagerungsmanöver zur Prävention
– Fazit und Empfehlungen
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2025/03/Schaedler-Fleming-2025-BPLs.pdf
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Konvergente Konstruktvalidität und Test-retest-Reliabilität des originalen und revidierten Niigata PPPD Questionnaire: NPQ and NPQ-R
Die deutschen Versionen des NPQ und NPQ-R sind valide und zuverlässige von Patienten berichtete Outcomemessungen zur Beurteilung des PPPD und weisen zufriedenstellende psychometrische Eigenschaften auf.
Der NPQ-R wird empfohlen, da er mit seinen zusätzlichen Subskalen sowohl die Patienten- als auch die Klinikerperspektive von PPPD-spezifische Probleme darstellt.
https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2025.1517566/fullDer Fragebogen kann hier heruntergeladen werden:
https://www.reha-rheinfelden.ch/fileadmin/user_upload/Niigata_PPPD_Questionnaire__NPQ-R_.pdf
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Verschiedene Komponenten des Gleichgewichts sind bei BPLS betroffen und verbessern sich nach einem Repositionsmanöver – ein systematisches Review mit Meta-Analyse
21 der 37 eingeschlossenen Studien waren für Metaanalysen geeignet.
BPLS beeinflusst die Wahrnehmung der Vertikalen und die sensorische Orientierung negativ und verbessert sich nach dem Manöver. Die Gangstabilität war beeinträchtigt und Schwindel trat auf, verbesserten sich aber nach Manöver. Die Stabilitätsgrenzen waren bei älteren Patienten beeinträchtigt, verbesserten sich jedoch nach Manöver nicht.
BPLS beeinträchtigt verschiedene Komponenten des Gleichgewichts. Manöver können diese deutlich verbessern und könnte teilweise das Sturzrisiko reduzieren.
https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/02692155241292662
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Effekt des Cawthorne-Cooksey-Übungsprogrammes bei vestibulären Symptomen – ein systematisches Review
10 RCT’s wurden eingeschlossen. Die PEDro-Werte reichten von 6 bis 8 mit einem Medianwert von 6,5/10
Das CC-Programm ist wirksam in der Verbesserung vestibulärer Dysfunktionen, aber im Vergleich mit anderen Rehabilisationsmassnahmen nicht überlegen.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1360859224000846
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Effekt des Cawthorne-Cookse-Programms bei älteren Menschen mit vestibulären und nicht-vestibuläre Gleichgewichtsproblemen – ein systematisches Review
40 Studien (von 2011-2021) wurden eingeschlossen.
Das CC-Programm ist wirksam bei älteren Menschen mit vestibulären und nicht-vestibuläre Gleichgewichtsstörungen, verbessert die Lebensqualität und kann als Präventions- oder Behandlungstechnik eingesetzt werden.Beachte: Kontraindikationen (HWS) berücksichtigen und bei Verschlechterung stoppen.
https://research.lpubatangas.edu.ph/wp-content/uploads/2022/09/12-APJAHS-2022-22.pdf
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Review und update der Schlüsselmechanismen von PPPD
In der aktuellen Übersicht beschreibt Staab, der Autor der Diagnosekriterien, die neusten Erkenntnisse der häufigsten chronischen Erkrankung.
- Epidemiologie
- Trigger-Erkrankungen
- Untersuchungsergebnisse
– Angst
– Körperwachsamkeit &negative Krankheitswahrnehmungen
– Veränderte Haltungskontrolle, Gang und Blick
– visuelle Abhängigkeit
– Kognition
– Neuroimaging
– verändete Bewegungswahrnehmung - Pathophysiologisches Modell
- Behandlung
https://www.neurologic.theclinics.com/article/S0733-8619(23)00037-3/abstrac
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Optokinetische Stimulation (OKS) bei visuell induziertem Schwindel bei Patienten mit vestibulären Erkrankungen – eine systematische Review
11 RCT’s wurden eingeschlossen, alle konnten mit PEDro Skala mit gut bewertet werden.
Alle Studien zeigen signifikante Verbesserungen in Interventions- und Kontrollgrupe. Die Meta-Analyse von 6 Studien zeigt eine Tendenz für positiven Effekt von zusätzlicher OKS zur VR, war aber nicht signifikant.
Die Ergänzung von OKS zur konventionellen vestibulären Rehabilitation kann bei der weiteren Verbesserung der vestibulären Symptome bei Patienten mit Schwindel hilfreich sein.
Die optoimale Dauer und Häufigkeit der OKS konnte nicht bestimmt werden.
https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/02692155241244932
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Nicht uni-, sondern bilaterale Vestibulopathie (BV)
Die Symptome der unilateralen und der bilateralen Vestibulopathie werden aufgezeigt sowie die Diagnosekriterien der BV. Die Ursachen einer BV werden dargestellt. An zwei exemplarischen Fallbeispielen mit der Diagnose einer unilateralen peripheren Vestibulopathie wird aufgezeigt, wie eine BV erkannt werden kann.
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2024/10/Schaedler-2024-uni-bilateral.pdf
Die Therapie und neue Erkenntnisse bei bilateraler Vestibulopathie wird im nachfolgenden Artikel beschrieben:
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2024/10/Schaedler-2024-BV.pdf
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Vestibuläre Rehabilitation bei Patienten mit Vestibularisschwannom – ein systematisches Review
23 Studien konnten eingeschlossen werden.
Insgesamt war die Wirkung der vestibulären Physiotherapie ungewiss. Die Ergebnisse zu Schwindel, statischem und dynamischem Gleichgewicht und vestibulärer Funktion zeigten alle eine sehr geringe Sicherheit in der Bewertung von Empfehlung, Entwicklung und Auswertung. Multimodale Physiotherapieinterventionen, die den Leitlinien für die klinische Praxis entsprechen (z. B. Blickstabilität, Habituation, Gleichgewichtstraining, Gangtraining) zeigten Potenzial zur Verbesserung von Schwindel, Gleichgewicht und vestibulärer Funktion. Die Ergebnisse waren meist unbedeutend, wenn eine einzige Modalität verwendet wurde.
Studien zur Prehabilitation (Therapie vor der OP) sind nötig.
https://academic.oup.com/ptj/article/104/10/pzae085/7710184?login=false
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Systematische Review zu den Gütekriterien des JPE
Die systematische Review konnte 15 Studien einschliessen. Die Testdurchführungen des JPE sind unterschiedlich. Die Werte für Reliabilität und Validität sind genügend. Allerdings ist die Qualität der Studien tief bis sehr tief.
https://link.springer.com/article/10.1186/s12891-023-07111-4
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Kein Zusammenhang zwischen subjektivem räumlichem Orientierungssinn und objektiver Vestibularisfunktion
Untersuchte Patientengruppen:
42 bilaterale Vestibulopathie
93 chronische unilaterale Vestibulopathie (68 unilaterale kalorische Hypofunktion und 25 isolierte horizontale vestibulookuläre Reflexdefizite)
42 GesundeDie Selbsteinschätzung der räumlichen Orientierung korreliert nicht zuverlässig mit der objektiven peripheren Vestibularisfunktion.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39245964/Kommentar
Dies könnte die Studien bestätigen, wonach der Unterberger Tretversuch bzw. Fukuda Stepping Test nicht valide sind.
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Systematische Review zum Gufoni-Manöver zur Behandlung des BPLS des horizontalen Bogenganges
10 RCT’s wurden eingeschlossen. Die RCTs lagen auf der PEDro-Skala zwischen 4 und 9 von 10 (Median = 6,5). 55% hBPLS rechts; 49% geotrop.
Die Studien zeigten, dass das Gufoni-Manöver im Vergleich zum Scheinmanöver wirksam war, jedoch nicht im Vergleich zu anderen Manövern wie dem Barbecue-Roll-Manöver, dem Appiani-Manöver, der Mastoid-Oszillation, dem Kopfschütteln und dem modifizierten Gufoni-Manöver.
Das Gufoni-Manöver wird als Behandlungsoption für Patienten mit geotroper oder apogeotropem hBPLS angesehen. Eine genaue Diagnose des BPLS, der Subtyp des hBPLS und weitere Abklärungen werden empfohlen.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00405-024-08712-yKommentar: Wenn der mechanische/physikalische Ablauf des Gufoni-Manövers genau betrachtet wird, scheint es für die ageotrope Variante nicht wirksam zu sein. Dies könnte zu den bescheidenen Resultaten geführt haben. Für die ageotrope Variante ist das Zuma- oder Barbecue-Manöver geeignet.
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Effekt von optokinetischer Stimulation auf vestibuläre Funktionen und Gleichgewicht
Systematische Review und Meta-Analyse
10 Studien wurden gefunden.
Im DHI und der VAS für Schwindel gab es keinen signifikanten Unterschied. Im TUG und im SOT gab es einen signifikanten Unterschied. Die Analyse der Subgruppen fand man nur einen signifikanten Unterschied in VAS, TUG und SOT bei Patienten mit Gleichgewichtsproblemen ohne vestibuläre Erkrankung.
Schlussfolgerung: Optokinetische Stimulation kann die Schwindelintensität, gemessen mit VAS oder dynamisches Gleichgewicht, gemessen mit TUG und SOT, bei Patienten mit Gleichgewichtsstörungen, die nicht auf eine vestibuläre Erkrankung zurückzuführen sind, verbessern.
Aufgrund der geringen Anzahl eingeschlossener Studien ist die Evidenz niedrig.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00405-024-08604-1
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Nichtmedikamentöse Therapie bei PPPD – systematische Reveiw und Analyse der Effektstärke
13 RCT’s wurden eingeschlossen. Es waren Patienten mit mässigem oder leichtem Schwindel. 9 Studien umfassten Patienten mit PPPD., 4 Studien mit funktionellem Schwindel. Die meisten Studien untersuchten jedoch die Auswirkungen einzelner Interventionen und nicht die multimodale interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit PPPD.
Die Massnahmen konnten in vier Gruppen klassifiziert werden:
(1) psychotherapeutische Interventionen (kognitive Verhaltenstherapie, Patientenschulung),
(2) physiotherapeutische Interventionen/Training (vestibuläre Rehabilitation, optokinetische Stimulation),
(3) Stimulationsverfahren (Vagusnervstimulation, transkranielle Gleichstromstimulation)
(4) Geräteanwendung (visuelle Desensibilisierung mit personalisierten Brillen).
Mehrere einzelne Interventionen haben bei der Behandlung von Patienten mit PPPD Vorteile mit geringen bis mäßigen Effekten gezeigt. Es war jedoch nicht möglich, endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, welche Intervention die größte Wirkung hatte. Mehr als zwei Sitzungen pro Woche mit einer Dauer von 30 Minuten über mindestens 4 Wochen können wirksamer sein. In Anbetracht der multifaktoriellen Pathophysiologie (d. h. übermäßige Wachsamkeitswahrnehmung von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, maladaptive Gleichgewichtskontrolle und visuelle Abhängigkeit) und der Beobachtung der Auswirkungen angewandter Interventionen in Studien wird ein multimodaler Ansatz bei der Behandlung von Patienten mit PPPD dringend empfohlen. Der multimodale Ansatz umasst eine Kombination aus vestibulärer Rehabilitation und visueller Desensibilisierung, kognitiver Verhaltenstherapie einschließlich Patientenschulung und medikamentöser Unterstützung.
https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2024.1426566/full
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Therapie bei Patienten mit PPPD – Systematische Review
14 Studien wurden eingeschlossen.
Untersucht wurde medikamentöse Therapie. kognitive Verhaltenstherapie und vestibuläre Rehabilitation.
Bei Verwendung von VR und kognitiver Verhaltenstherapie zeigte das Dizziness Handicap Inventory niedrigere Werte. Beim physischen und funktionellen Dizziness Handicap Inventory wurden bei Verwendung von medikamentöser Therapie (Serotonerge Wirkstoffe) in der Regel niedrigere Werte beobachtet. Mit kognitiver Verhaltenstherapie nahm der Score im Dizziness Severity Inventory und im Safety Behavioral Scores ab.
Schlussfolgerung der Autoren:
Patienten mit PPPD können von serotonergen Medikamenten profitieren, wenn sie Mobilitätsprobleme haben, während bei Patienten mit Angstzuständen, Depressionen und Vermeidung von Sicherheitsverhalten eine kognitive Verhaltenstherapie in Betracht gezogen werden kann. Vestibuläre Rehabilitation kann für Menschen hilfreich sein, die Bewegung benötigen und die Schwere ihres Schwindels verringern möchten.
https://www.researchgate.net/publication/371606512_Therapies_in_patients_with_persistent_postural-_perceptual_dizziness_Challenges_and_Elections_A_Systematic_review
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Entwicklung der Vestibularbefunde während und zwischen den Anfällen eines Morbus Menière
Resultate:
Während der Anfälle ändert sich die Richtung des spontanen Nystagmus im Laufe der Zeit und schlägt zunächst in Richtung des betroffenen Ohrs (irritativer Nystagmus), dann in Richtung des gesunden Ohrs (paretischer Nystagmus) und schließlich wieder zurück in Richtung des betroffenen Ohrs (Erholungsnystagmus). Abgesehen von diesen Richtungsänderungen können atypische Formen des spontanen Nystagmus, wie Downbeat, diskordanter Horizontal-Torsions-Nystagmus und aperiodischer alternierender Nystagmus, beobachtet werden. Die Kopfimpulstests (HITs) sind während der Reiz-/Erholungsphase meist normal, während der späten hypofunktionalen Phase jedoch bei mehr als der Hälfte der Patienten positiv. Im Gegensatz dazu sind Kalorientests in der Regel unabhängig von den Phasen abnormal, obwohl bei 18% der Patienten während der Reiz-/Erholungsphase eine paradoxe kalorische Hyperreaktivität beobachtet werden kann. So kann während und zwischen den Anfällen eine Dissoziation der Befunde von Kalorientests – HITs – beobachtet werden. Horizontales Kopfschütteln tendiert dazu, den spontanen Nystagmus in jeder Phase zu verstärken, während Schädelvibrationen unabhängig von den Phasen meist einen Nystagmus in Richtung des gesunden Ohrs auslösen. Während der Anfälle können die okularen, vestibulär evozierten myogenen Potenziale (VEMPs) erhöht sein, wohingegen die zervikalen VEMPs während der Stimulation des betroffenen Ohrs normalerweise verringert werden.
https://www.neurology.org/doi/abs/10.1212/CPJ.0000000000200235
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Erhöhte funktionelle Verbindungen bei Patienten mit Restschwindel nach BPLS und Prädiktoren für PPPD
Bei 39 Patienten mit Restschwindel nach erfolgreichem Manöver wurde ein fMRI gemacht und mit 38 Patienten ohne Restschwindel verglichen.
Sie fanden eine erhöhten Aktivität zwischen dem Default Mode Network (aufgabennegatives Netzwerk) und dem visuellen Netzwerk. Diese korreliertpositiv mit der Dauer des Restschwindels. Die Personen mit Restschwindel weisen veränderte globale Metazustände und zeitliche Merkmale auf.
Prädiktoren für ein PPPD waren:
– Längere Dauer des BPLS
– Höherer Score im DHI
vor erfolgreichem Manöver bei Patienten mit Restschwindel.
https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2024.1363869/full
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Systematische Review zur Wirksamkeit des Epley-Manövers bei BPLS in der primären und der fachspezifischen Versorgung
27 RCT’s wurden eingeschlossen
Das Epley-Manöver ist wirksam bei BPLS unabhängig von der primären oder der fachspezifischen Versorgung (Spezialisierung). Die subjektiven Symptome wurden in der Primärversorgung (RR 3.14) und in der Spezialisierung (RR 2.42) reduziert, wobei in der Spezialisierung eine Zunahme negativer Befunde auftrat.
Die Resultate zeigen Unsicherheit hinsichtlich der Wirkung des Epley-Manövers auf negative Befunde in der Primärversorgung und alle unerwünschten Ereignisse in SpezialisierungenDie Ergebnisse dieser Studie unterstützen das Epley-Manöver bei BPPV in der primären Versorgung und kann dazu beitragen, Überweisungen an tertiäre Einrichtrungen und Krankenhausaufenthalte zur Nachsorge zu vermeiden.
https://bmcprimcare.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12875-023-02217-z
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Zusammenhang von Vitamin D und Häufigkeit sowie Rezidiv von BPLS – eine systematische Review und Meta-Analyse
Sie fanden einen Zusammenhang zwischen tiefem Serum-Vitamin-D und Häufigkeit eines BPLS. Der Zusammenhang zwischen Serum-Vitamin-D und BPLS-Rezidive bleibt unklar. Die Daten waren nicht genügend, um einen saisonale Zusammenhänge von Serum-Vitamin-D und BPLS zu beurteilen.
https://bmjopen.bmj.com/content/14/4/e077986.abstract
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Deutsche überarbeitete Version des Niigata PPPD-Questionnaire (NPQ-R)
Der Niigata PPPD Questionnaire (NPQ-R) wurde nach wissenschaftlichen Vorgaben vom japanischen ins Deutsche übersetzt. In einer Patientenbefragung mit qualitativer Auswertung und einer Delphi-Befragung mit Fachexperten wurde der Fragebogen ergänzt. Insgesamt wurden 7 Fragen hinzugefügt, die in zwei zusätzlichen Subskalen eingeteilt werden. Der Fragebogen ist auf der Webseite der Reha Rheinfelden verfügbar (https://www.reha-rheinfelden.ch/fileadmin/user_upload/Niigata_PPPD_Questionnaire__NPQ-R_.pdf). Zurzeit laufen die Auswertungen der Validierungsstudie.
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0291002
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Validierung des Cervical Torsion Test (CTT) und des Head Neck Differentiation Test (HNDT) bei Patienten mit peripher vestibulärer Hypofunktion
Beide Tests können bei Patienten mit Schwindel empfohlen werden. Der HNDT hat die beste diskriminative Validität. Die Schwindelauslösung während einer Torsion kann auf Nackenprobleme hinweisen, die Schwindel auslösen können.
Ein HNDT en bloc ist hilfreich, Paitenten mit vestibulärer Hypofunktion ein-/auszuschliessen. Ein positiver CTT und HNDT können auf zervikale Beteiligung hinweisen.
https://academic.oup.com/ptj/advance-article/doi/10.1093/ptj/pzae057/7642558
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Schwindel durch übermässige Kopfbewegungen
Wiederholt melden sich Patienten mit persistierendem Schwindel, Stand- und Gangunsicherheit trotz häufiger Übungen der vestibulären Rehabilitation mit vielen Kopfbewegungen. Im Befund zeigt sich eine Hypermobilität mit z.T. ausgeprägtem Reizzustand der Zervikalregion. Im Artikel wird der theoretische Hintergrund/Evidenz und drei exemplarische Fallbeispiele dargestellt.
Gemäss Leitlinien müssen die Übungen bei Erreichen einer Plateauphase gestoppt werden. Dies gilt ebenso bei einer Verschlechterung.
https://www.stefan-schaedler.ch/wp-content/uploads/2024/05/Schaedler-2024-uebermaessige-Kopfbewegungen.pdf
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Systematische Review zur Wirksamkeit des Brandt-Daroff-Manövers bei BPLS
10 randomisierte kontrollierte Studien konnten eingeschlossen werden. Das Brandt-Daroff-Manöver kann die Symptome bei Patienten mit BPLS des posterioren Bogenganges nicht signifikant reduzieren oder die Genesung fördern gegenüber dem Semont- oder Epley-Manöver. Die Review kommt zum Schluss, dass die Evidenz des Brandt-Daroff-Manöver bei Patienten mit BPLS begrenzt ist.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00405-024-08502-6Anmerkungen:
Die Wirkamkeit des Brandt-Daroff-Manövers bei BPLS liegt bei 23% bzw. 25% (Radtke 1999, Amor-Dorado 2012). In einer weiteren Studie liegt die Wirksamkeit nach einer Woche dreimal täglicher Durchführung nur bei 24% (Soto Varela 2001).
Das Brandt-Daroff-Manövers ist eine Habituierungs-übung und nicht spezifisch als Lagerungsmanöver geeignet. (Guidelines Bhattacharyya 2017)
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Prädiktoren für BPLS als Trigger für ein PPPD
51 Patienten mit BPLS als hauptsächlicher somatischer Trigger für ein PPPD und 107 Patienten mit BPLS ohne nachfolgendes PPPD wurden untersucht. Hauptsächliche Prädiktoren für ein PPPD nach einem BPLS waren ein höheres alter der Patienten mit PPPD und wenn die Diagnose eines BPLS später gestellt wurde.
https://www.mdpi.com/2039-4349/13/6/82
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BPLS ohne Schwindel bei Menschen in einer Sturzklinik
Über 6 Jahre wurden 618 Personen auf Sturzrisiko getestet. BPLS wurde mit Dix Hallpike untersucht. Bei 39% fand man einen BPLS. Von den positiv Getesteten hatte ein Viertel keinen Schwindel. Mehrere Bogengänge können betroffen sein. Die Autoren machen Empfehlungen für die Rehabilitation:
– BPLS ist ein Sturzrisikofaktor und sollte untersucht werden, auch wenn sie keinen Schwindel haben.
– 1 von 4 positiv Getesteten hatten keinen Schwindel
– es sollten alle Bogengänge getestet werden
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09638288.2024.2320271
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Evaluierung einer neuen App für das Steptraining
In einer nicht kontrollierten Kohortenstudie mit 26 Patienten in der kardiopulmonalen Rehabilitation wurde die Benutzerfreundlichkeit, Akzeptanz, Sicherheit und Einhaltung der Übungen mit der App Clock Yourself untersucht. Das Schritttraining war sicher und wurde von den Teilnehmern als brauchbar und akzeptabel angesehen. Die Teilnehmenden verbesserten sich in allen Messungen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36067152/
